Das Ende der Welt ist ein toller Ort – London Baby!

Es ist 5 Uhr morgens. Es ist dunkel, es regnet und stürmt so sehr, dass der Wind klingt, als würde er krampfhaft versuchen Helene Fischers „Atemlos“ schmettern zu wollen – klappt nicht ganz. Wir sitzen in einem roten Doppeldeckerbus der an jeder Gießkanne anhält und lassen uns vom Osten Londons in den Westen gondeln. Weil die Tube so früh noch nicht fährt (natürlich nicht) wir aber unseren Airport-Express-Zug nicht verpassen dürfen. Mit uns im Bus nur eine handvoll Leute. Die meisten pennen oder sie hören Musik.

„Next Stop: World’s End Health Center“. … Wie bitte? Am Ende der Welt gibt’s ein Gesundheitszentrum? In London? Wir brechen vor lachen unvermittelt fast zusammen, kriegen uns minutenlang nicht mehr ein, Bauchschmerzen und Tränen inklusive. Und schiefen Blicken von einer handvoll Einheimischen.

London also. Es war mal wieder Zeit. Ganze zwei Jahre ist es schon her gewesen, seit ich meine Freundin Elli besucht habe und das musste geändert werden. Weil wegen dem gerade neu angefangenen Job Urlaub grade mal nicht drin ist, sind es dann die vier Osterfeiertage geworden.

Karfreitag um 7 Uhr ging’s vom Flughafen Bremen los und dank Zeitverschiebung haben wir das Kunststück fertiggebracht um 9 Uhr in der Früh an der Liverpool Street Station aus dem Airport Express zu fallen, um als allererstes das nächstbeste Café auf der Suche nach Frühstück zu überfallen. Läuft!

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Nachdem der Blutzuckerspiegel wieder im Normalbereich war (Notiz an mich: 4 Uhr Morgens aufstehen und dann sechs Stunden nix essen: nicht mehr machen!) tingelten wir mit Elli ein bisschen durch Shoreditch und stellten fest, das noch fast alles zu war. Mist, zu früh! Das mir das mal passiert, hätte ich ja auch nicht gedacht.

Weil das Wetter aber so grandios toll war, fuhren wir erstmal „raus“ nach Hammersmith, Koffer und Klamotten in der Wohnung abwerfen und dann auf einen Spaziergang an die Themse. Ich sach mal so: bei drei Sonnenstrahlen kennen die Briten nix. Bei 12 Grad und Sonnenschein haben wir nicht nur Einen mit kurzer Hose und T-Shirt gesehen. Brrr! Abends sind wir dann noch ins Pub gegangen. Und was bestellt man als Touri? Richtig! Fish&Chips! Mein lieber Schwan, war das ne Portion! Viel Fisch mit noch mehr Panade drumrum und zweimal soviel Pommer. Lecker wars, aber danach wollte ich nie wieder irgendwas mit Teig essen. Hat zwar nicht lange angehalten, aber für den Moment war der Wunsch ganz groß!

Tag 2 startete früh. Ich hatte via Sandemantours eine Free Guided Tour gebucht, bei der man zwar nichts zahlt, aber hinterher soviel geben kann, was einem die Tour wert war. Hatte den netten Effekt, dass sich unser Guide Ivo mächtig ins Zeug gelegt hat und wir 3 Stunden lang prima unterhalten wurden. Eine echte Empfehlung! Zu Fuß ging’s vom Covent Garden zum Trafalgar Square, Buckingham Palace, White Hall und schließlich zu Westminster & Big Ben.

 

Und als ob die Füße noch nicht platt genug gewesen wären, haben wir uns dann einfach noch den Tower von außen angeschaut, sind über die Tower Bridge (die ich ja nur noch Lieblings-Brücke nenne) geschlendert und haben uns im Design Museum eine Ausstellung angeschaut. Die war leider wenig spektakulär. Es ging um Fahrräder und erinnerte mich stark an die Ausstellung in Hamburg von vor zwei Jahren. Naja, kann ja nicht alles klappen.

Der Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen und weil ich ja schonmal in London war und noch wusste, dass man das Stück von der Tower Bridge bis zum London Eye locker an der Themse hochlaufen kann, sind wir dann eben nochmal los. Ähm ja … vielleicht hätte ich mich auch ein bisschen genauer erinnern sollen, dann wäre mir auch eingefallen, dass das so 2 Stunden Fußmarsch sind. Hoppla. Naja, wenigstens gab es einiges unterwegs zu sehen, auch wenn zum Ende hin der Galgenhumor wegen schmerzender Füße und einsetzendem Regen und Wind von vorne proportional mehr wurde. Sorry!

Elli und Philipp wohnen übrigens in einem traumhaft schönen uralten viktorianischen Haus in Hammersmith direkt an der Hammersmith Bridge. Nachts ist es zwar irre laut, aber der Blick aus dem Wohnzimmerfenster kann was!

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Am Sonntag sind wir dann noch einmal durch Shoreditch gezogen – dieses Mal bei geöffneten Shops, einer menschenüberfüllten Brick Lane und bei wieder allerbester Laune.

Die Menge und Vielfältigkeit der überall zu findenden Street Art sind der Hammer! Und ich mag ja dieses bunte Gewusel und die vielen Freaks mindestens genauso sehr wie die unglaublich tollen Fassaden der kleinen Geschäfte!

Krönender Abschluss war der Besuch der Hipster-Brauerei Brew Dog. Selten so geiles Bier getrunken. Ernsthaft, das roch schon so gut und überhaupt nicht nach Bier, ich möchte bitte, dass jemand davon ein Parfum macht! Und habt ihr jemals schöner gestaltete Bierdosen gesehen? OKOK, vielleicht war’s auch der Urlaubsflash, der mich alles toll finden ließ, aber ich bleibe dabei: geiler Scheiß!

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In diesem Sinne: Tausend Dank Elli und Philipp, dass wir euer Wohnzimmer in Beschlag nehmen durften und für die vielen Insidertipps, den weltbesten Hefezopf, die unglaublichste homemade Pizza und sowieso für alles!

Und danke an den besten Travelbuddy ever Lennart. Auch für deine Bilder (Man erkennt sie ganz einfach daran, dass sie schöner sind als meine verwackelten Handybilder).

Nächster Halt im Juni: Amsterdam. Ick freue mir!