Wenn ich so durch meine Facebook Timeline scrolle registriere ich in den letzten Tagen eine allgemein maulige Stimmung. „Endlich ist das Jahr vorbei“, „Hoffentlich wird 2017 besser“, „Schlimmer kann’s kaum werden“. Jaja, schon klar, das Jahr war nicht unbedingt der Kracher. Es ist viel passiert in der Welt.
Trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser pessimistischen Stimmung fing ich an, darüber nachzudenken, wie mein persönliches Jahr so war. War das auch so mies? Och, eigentlich nicht. Es war das bisher turbulenteste, merkwürdigste, anstrengendste und gleichzeitig erkenntnisreichste, prägendste und deshalb auf seine ganz eigene Art beste Jahr.
Das Jahr beginnt mit einem Umzug und Umbruch – Ich reiße alle Zelte in Hamburg ab und wage einen Neustart in Oldenburg. Neuer Job, neue Stadt, neues alles. Hatte ich schon öfter gemacht. Das ist mein 13. Umzug und es sollte nicht der letzte sein.
Der Job klang toll, Stadtwechsel und Neuanfänge war ich gewohnt und sowieso halte ich mich für recht anpassungsfähig. Nach dem üblichen Umzugsstress und der ersten Eingewöhnung tingelte ich die ersten Monate so vor mich hin, verbrachte viel Zeit mit dem Pony und versuchte mich in meiner neuen Umgebung einzurichten.
Aber irgendwie kam ich nicht so richtig in den Tritt. Nicht so, wie ich es mir vorgenommen hatte. Der neue Job wurde mir schnell zu lahm – es fehlten die Herausforderungen. Schon zu diesem Zeitpunkt hätten alle Alarmglocken klingeln müssen. Taten sie aber (noch) nicht.
So hangelte ich mich bis Ostern um mich über das lange Wochenende mit meinem Lieblings-Travel-Buddy Lennart in den Flieger nach London abzusetzen.
Zurück in Oldenburg und auf dem kalten Boden der Tatsachen war dann recht schnell klar: so funktionierte das nicht. Nach jahrelangem Nomadenleben und hin- und herziehen zwischen verschiedenen deutschen Klein- und Großstädten fing ich so langsam an die Bedeutung von „zu Hause“ zu verstehen. Ich verstand endlich, warum ich in den letzten Monaten eigentlich nie zum Baumarkt gefahren war um mir endlich mal Farbe für die Wände in der neuen Wohnung zu kaufen. Warum ich die Küche nie richtig fertig aufgebaut hatte. Und warum ich trotz allem, was ich geschafft hatte, nicht wirklich happy war. Ich wollte zurück nach Hause! Zurück nach Hamburg und zurück zu den Menschen, an denen mir was lag.

Überhaupt, waren es die wundervollen Menschen um mich herum, die 2016 zu dem gemacht haben, was es war. Und auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt ein klitzekleines bisschen kitschig wird, aber: THX #crewlove!
Traurigster Moment des Jahres war der Abschied vom Pony. Fast 20 Jahre war er an meiner Seite. Herrje, beim tippen dieser Zeilen kommen mir schon wieder die Tränen. Dieses Bild ist gleichzeitig das bewegendste. Es ist das letzte Bild von ihm, während meine Ma ganz still neben ihm sitzt und Abschied nimmt. Wir alle wussten, dass es sein letzter Weideausflug sein sollte.

Mach’s gut, mein Großer! Du fehlst!
Zum Sommer hin zog ich es dann durch. Weg mit dem gerade erst begonnen Job, raus aus Oldenburg und wieder zurück nach Hamburg. Was mir zunächst gehörigen Respekt einflößte, entpuppte sich als gar nicht mal so kompliziertes Unterfangen und war ziemlich schnell durchgezogen. Doch ohne die Unterstützung durch meine Ma und Holli, Annemarie, bei der ich übergangsweise unterkam, und andere Leuten, die kontinuierlich dafür sorgten, dass ich dabei stets bei bester Laune blieb, wäre das nicht so easy gegangen.
Allergrößtes Learning aus der ganzen Sache: Hör‘ auf dein Herz und vertrau dir selbst!
Kaum zwei Wochen zurück in der schönsten Stadt der Welt ging es schon wieder los. Dieses Mal nach Amsterdam. Grachten, Gras und Geselligkeit.
Seit dem Sommer geht dann alles seinen Gang: ein großartiger Job in einer Social Media Agentur, die besten Kollegen, die man sich vorstellen kann, eine schnuckelige Wohnung im Wunschstadtviertel in Laufdistanz zu allen guten und besten Freunden und sowieso läuft’s. Zwischendurch wurde es mir fast schon ein bisschen unheimlich.
Im Herbst flog ich noch ein zweites Mal nach London – meine liebste Elli hatte Geburtstag und dafür fliegt man schonmal eben fix übers Wochenende auf die Insel.
Highlight: Der Besuch in den Harry Potter Studios. Danach wollte ich sofort ALLE Filme auf einmal schauen. Sofort!
Der Rest des Jahres verlief recht entspannt: Ausflüge in den Wildpark und zur Ostsee. Einweihungsfete mit Gin-Bar, fallende Blätter und endlich die lang gewünschte dunkelblaue Schlafzimmerwand.
Das Highlight zum Schluss: Nach 15 Jahren feierten wir Weihnachten zum ersten Mal wieder mit meiner Großmutter. Und auch wenn die Umstände nicht die schönsten waren und wir sie nach dem Tod ihres Mannes über Weihnachten zu uns holten, damit sie nicht alleine feiert, finde ich das Bild einfach großartig. Mit meiner strahlenden Oma und einem Eierlikörchen in der Hand sage ich „Cheers und Tschüss 2016!“ War gar nicht so schlecht mit dir. Das soll dir 2017 erstmal nachmachen!
